Bernstein in Medizin
Bernstein ist als ein Allheilmittel berühmt. Zu dieser Überzeugung
kamen Menschen schon in grauer Vorzeit. Auf den Liegestellen der
Urmenschen aus der Altsteinzeit findet man Bernsteine mit
kleinen Vertiefungen, die als Geistesheime angebetet wurden.
In allen Zeiten nutzte man den Bernstein auf unterschiedliche Weise
als Heilmittel. Man hat ihn als Talisman aufbewahrt, als Pulver eingenommen,
als Salbe eingerieben, als reinigende Duftstoff für die Räume
angewandt.
Einer von vielen Namen für Bernstein lautet "Electrum" -
"ich schütze".
- Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung schrieb Plinius in seiner
"Naturgeschichte von Edelsteinen":
-
"Bernstein besitzt nützliche Eigenschaften
vom medizinischen Standpunkt her. Er wirkt wohltuend auf die Kinder,
falls sie ihn als Amulet tragen. Er ist in jedem Alter als
profilaktisches Mittel gegen den Fieberwahn nützlich...
Besonders wirksam ist, nach Meinung von Kallistrat, des
Bernsteins goldene Farbe. Am Hals getragen heilt er gegen Fieber
und als Pulver gegen Ohrenerkrankungen."
- Im 16. Jahrhundert schrieb Kamill Leonhard in seinem Buch:
- "Der Bernstein wird bei Magenerkrankungen angewandt. Er ist auch hilfreich
bei Halserkrankungen. Er hilft bei Vergiftungen. Legt man den Bernstein seiner
Frau beim Schlaf auf die Brust, so gesteht sie alle ihre schlechten Taten. Er hilft
bei Parodontose. Sein Rauch verjagt die giftigen Insekten."
Martin Luther trug ein Stück Bernstein in der Tasche, um die Bildung von
Nierensteinen zu verhindern. In Schottland trugen die Frauen Bernstein am Hals, um sich von den bösen Geistern zu schützen.
In Irland heilte man mit Hilfe von Bernstein der Grauen Star.
- Wir finden bei T. Culpepperer in seinem im Jahr 1654 erschienen Buch:
- "Bernstein wärmt und trocknet und wird deswegen gegen viele Kopferkrankungen angewandt;
er hilft bei Husten und Schwindsucht..."
Im XIX. Jahrhundert ist es gelungen, einzelne
Komponenten aus dem Bernstein zu gewinnen. Bernsteinöl nutzte man
als Einreibung bei Rhreuma und innerlich bei Krämpfen. Auch seine bakterientötende
Wirkung fand eine breite Nutzung. Damit zusammen hängt die Anwendung des Bernsteines in Tabakspfeifen in
der Türkei und in Europa. Als Heilmittel wurde Bernstein auch in China bekannt.
In Deutschland verwendete man bei der Bluttransfusion Gefäße aus Bernstein, da Bernstein
besser Bluttemperatur hält als Glas oder Keramik.
Auch heute findet Bernstein eine breite Anwendung in der Medizin, besonders in der
Homöopathie.