Cherniahovsk * Die Route

Die Türme der Katholischen und der Reformierte Kirche sowie der Wasserturm grüßen den Besucher zuerst herüber. Bei der Einfahrt aber merkt man, daß der Ort sich stark verändert hat.
Die alte Brücke Über Angerapp bleib unverändert stabil. Ein Spaziergang über sie zur Uferpromenade ist ein Genuß.
Die Reformierte Kirche dient weiter als Gotteshaus. Nach Renovierung trägt das Gebäude das goldene Kreuz der russisch-orthodoxen Konfession auf dem Hauptturm.
Die Katholische Kirche an der Leninstraße hat eine neues Kupferdach. Nach der abgeschlossenen Renovierung soll sie als Konzerthalle dienen.
Zu den erhaltenen bekannten Gebäuden zählen ferner: altes Rathaus, neues Rathaus, Stadthalle, Gymnasium, Lyzeum, Post, Schloßmühle, Neue Lichtspiele, Krankenhaus, Mühle Braunschweig, Kasernen und einge weitere Häuser.
Vom bedeutendsten Zeugen der großen Vergangenheit der Stadt, dem Schloß. blieb nur eine Ruine.
Die Insterburg war 1336 auf einer Bergnase des hohen Angerappufer errichtet worden. Deutsche, französische und englische Ritter hatten dort im 14.Jahrhundert ihren Stützpunkt gegen die Litauer.
Der Schloßteich und der Gawehnsche Teich wurden 1992 wiederhergerichtet und zeigen sich in voller Schönheit.
Die Vergangenheit der Stadt ist auch mit großen Namen verknüpft. Herzog Albrecht gewährte der Insterburg 1541 das Marktrecht. Marktgraf Georg-Friedrich verlieh 1583 das Stadtrecht.
An der Ecke Theaterstraße -Mühlendamm steht die Säule des Ulanendenkmals mit der Inschrift: "Das Litthauische Ulanen Regiment Nr 12 seinen gefallenen Kameraden". Die Insterburger Ulanen waren in ganz Ostpreußen bekannt.
An die gefallenen Sowiet-Soldaten im letzten Weltkrieg erinnert der gepflegte Friedhof nördlich des Hohlwegs zu den Schluchten.
An alle Opfer dieses Krieges mahnt auch ein Denkmal mit einem schlichten Kreuz im nahen Maevka (Georgenburg).

Die Route: Die Fahrt in das östliche Gebiet geht über den Moskovski pr. bis zur Stadtgrenze. Wir fahren über Isakovo (Heiligenwalde), Gluchovo (Gut Oblitten), Borskoe ()Schiewenau, Gvardeisk (Tapiau), Mezdurechie (Norkitten).

Maevka (Georgenburg)
Gleich jenseits der Inster, kaum mehr als einen guten Kilometer nördlich Cherniahovsk, liegt Georgenburg.
Um 1350 vom samländischen Bischof errichtet, wurde der stattliche Bau Mitte des 18.Jahrhunderts ein Zentrum der Pferdezucht.
Die Georgenburg heute ist von weiten beeindruckend und schön. Das dicker Mauerwerk hält immer noch stand; aber der ganze Bau ist vom Verfall schwer gezeichnet.
Der Bau wird als Wohnhaus genutzt.

Denkmal dem russischen Generalfeldmarschall Barclay de Tolly
Ein Denkmal, das an deutsch-russische Gemeinsamkeit erinnert, ist keine fünf Kilometer nordöstlich Maiovka (Georgenburg) beim Ort Nagornoe (Gut Landwehr /Gestehen) zu finden. An der Strasse, die nach Ulianovo (Breitenstein/Kraupischken) schon im Kreis Sovetsk (Tilsit)-Ragnit führt, erhebt sich auf einem umfassenden Stufenbau ein gußeiserner Obelisk. Er ist dem russischen Generalfeldmarschall Barclay de Tolly gewidmet, der hier am 28. Mai 1818 auf der Durchreise verstorben ist. König Friedrich Wilhelm III. setzte dem Befehlshaber in den Befreiungskriegen gegen Napoleon folgende Inschrift, die auf Bronzetafeln in deutscher und russischer Sprache zu lesen ist: "Dem edlen Feldherrn, der den Weg der Ehre durch Mut und Tapferkeit in vielen Schlachten sich bahnte und der im Krieg zur Befreiung der Völker in den Jahren 1813, 1814 und 1815 als Anführer verbündeter Heere in glorreichen Kämpfen siegte, errichtete dieses Denkmal Friedrich Wilhelm III." Das mit Adler und Lorbeerkränzen geschmückte, eingezäunte Denkmal wird weiter gepflegt.