Polessk               * Die Route

Die Stadt Polessk (Labiau) war im 13. Jahrhundert aus einer Lischke - Siedlung von Fischern, Handwerkern und Krügern - hervorgegangen und erhielt 1642 das Stadtrecht.
Durch die günstige Lage an verschiedenen Wasserstraßen bekam Labiau einen hohen Rang.
In Labiau wurde am 29. November 1656 ein Vertrag zwischen dem Schwedenkönig Karl X. Gustav und dem Großen Kurfürsten geschlossen, der Preußen die 1525 an Polen verlorengegangene Souveränität zusicherte.

Das Polessk von heute ist ein Schwerpunkt für die Fischerei. Es gibt dort den einzigen fischverarbeitenden Betrieb des Gebietes am Haff.
Auch eine Brauerei (im alten Betrieb) und Käserei gehören zur hiesigen Industrie.

Zu den erhaltenen Gebäuden zählen: Post, Krankenhaus, Kreishaus, Haus Koppetsch. Von der Ordensburg ist nur ein bescheidener Rest geblieben. Ein Maschinenkombinat arbeitet darin. Es soll ein kleines Museum, daß an die bedeutende Vergangenheit erinnert, eröffnet werden.
Für den Gast mögen die Restaurants "Labiau" und "Riff", Stadtmitte, von Interesse sein.
Von hier ist es bis zum Haff nicht mehr weit. Ein Ausflug dorthin lohnt sich.

Die Route: Wir fahren am Königstor vorbei, die Straße pr. Juria Gagarina entlang und verlassen Kaliningrad in Richtung Gurievsk (Neuhausen). Danach kommen Konstantinovka (Konradswalde) und Dobrino (Nautzken). Wenn wir Zeit haben, fahren wir von dort nach links über Barsukovka (Duhnau), Veselovka (Sielkeim), über den Westkanal bis ins haffnahe Zalivnoe (Postnicken). Dann kommt Zhuravlievka (Gr. Droosden). Von hier führt die Straße ans Haff, über Lablacken, Rybkino (Annenhof), Usakovka (Damm) nach Kampken, Mordovskoe (Gr. Legitten) und Polessk (Labiau).

Mordovskoe (Gr. Legitten)
Hier fällt rechts die Ruine der Kirche auf, die um 1400 erbaut wurde.
Der Turm, dessen Spitze fehlt, diente in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Friedrich Willhelm Bessel, dem Begründer der Königsberger Sternwarte, als Fixpunkt für Vermessungen. Im Torso des Kirchenschiffs erinnern das Sterngewölbte des Chores, der spitzbogige Triumphbogen und einige alte Grabplatten an eine bedeutende Vergangenheit. Außen steht ein Denkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg, leider ohne Kopf.
An der Kirchenmauer liegt Jenny von Guttstedt begraben, die Tochter von König Jerome, dem Bruder Napoleons. Sie war ein täglicher Gast im Hause Goethe in Weimar. Ihre Enkelin Lily Braun setzte ihr mit dem Buch "Im Schatten der Titanen" ein literarisches Denkmal.